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Die 3 größten Fehler in deiner 6:0-Deckung

Die 6:0-Deckung ist die beliebteste Deckungsvariante weltweit und das hat auch seinen Grund. Durch verschiedene Varianten dieser Deckung kann man so gut wie jeden Gegner vor große Probleme stellen. Um genau dieses Ergebnis zu erzielen, müssen wir eine wichtige Punkte mit unserer Deckung erfüllen und einige Fehler vermeiden. Deswegen möchte ich heute mit dir auf die 3 wichtigsten Fehler in der 6:0-Deckung schauen und wie du diese vermeidest.


Fehler #1 - Deine Abwehr ist zu passiv


Die 6:0-Deckung ist zwar die defensivste aller Deckungsvarianten, aber sie ist keine defensive Deckungsvariante. Keine Deckungsvariante ist wirklich defensiv und erst recht nicht passiv. Wenn wir in die Kreisligen im ganzen Land gucken, dann sehen wir überall 6:0-Deckungen, die irgendwo zwischen 6- und 7-Metern stehen und auf die Angreifer warten. Und jetzt weißt du auch schon, warum diese Mannschaften in der Kreisliga spielen.

Eine Deckung ist im modernen Handball nicht nur dafür da, um das eigene Tor zu verteidigen, sondern auch, um den Angriff unter Druck zu setzen. Wir wollen nicht nur verhindern, dass wir Gegentore bekommen, wir wollen auch Fehler und Ballgewinne erzielen. Kannst du mit deiner Mannschaft Fehler erzwingen, wenn ihr nur passiv hinten rum steht?

Nein, entweder machen die Gegner von alleine Fehler oder gar keine. Wenn du deine Abwehr jedoch aktiv arbeiten lässt, sodass deine Spieler ihre Gegenspieler aggressiv angehen und unter Druck setzen, dann lassen sich immer mal wieder Fehler provozieren. Vor allem überall dort, wo nicht der gegnerische Kreisläufer steht, können wir deutlich offensiver und aktiver verteidigen. Es gibt keinen Grund, warum wir hinten auf 6-Metern auf die Gegner warten sollten. Je mehr Zeit wir unseren Gegenspielern geben, desto mehr Zeit haben sie auch, um Lücken und Schwachpunkte zu erkennen bzw. Entscheidungen zu treffen. Wann passieren die meisten Fehler? Richtig, wenn Spieler unter Zeitdruck schnelle Entscheidungen treffen müssen.


Also: Mach Schluss mit deiner defensiven, passiven Abwehr und lern lieber, wie du deine 6:0-Deckung wirklich aktiv ausrichten kannst.



Fehler #2 - Du benutzt noch kein hybrides Abwehrsystem

Es ist schön und gut, wenn deine Mannschaft die 6:0-Deckung beherrscht. So richtig effektiv wird diese jedoch erst, wenn du sie zu einem hybriden Abwehrsystem machst. Wir sprechen von hybriden Abwehrsystemen, wenn z.B. innerhalb einer 6:0-Deckung temporär eine andere, offensivere Abwehrvariante gespielt wird, z.B. eine 5:1 oder 4:2-Deckung.

Dadurch hast du als Trainer die Möglichkeit, alle Vorteile der 6:0-Deckung zu nutzen und gleichzeitig auf die Vorteile der offensiveren Deckungsmethoden zuzugreifen. Ich möchte dir hier ein kleines Beispiel geben:

Du deckst mit deiner Mannschaft eine 6:0-Deckung, hast in diesem Spiel aber große Probleme mit dem Rückraum Linken der gegnerischen Mannschaft. Dieser wird häufig in einer Leerkreuzung vom Mittelmann über die Mitte geholt und kommt dann zum Wurf. Die perfekte Situation, um temporär in eine 5:1-Deckung zu wechseln, sobald der Spielzug angesagt wurde und der Rückraum Linke sich auf den Weg in Richtung Mitte macht. Einer deiner Abwehrspieler kann schnell aus dem Innenblock bis auf 12-13 Meter vortreten und den Laufweg des Angreifers stören bzw. verhindern, dass er den Ball bekommt. Ist das geschafft, rutscht der Spieler wieder zurück in den Innenblock ein und die Situation ist geklärt.


Auch das ist kein Hexenwerk und kann von dir sofort in der nächsten Trainingseinheit oder einfach durch Coaching im nächsten Spiel implementiert werden.


Fehler #3 - Du coachst deine Abwehr nicht aktiv genug

Es hat schon seinen Grund, warum der Trainer immer die 1. Person ist, die gefeuert wird und niemals die Spieler. Als Trainer bist du nicht nur dafür verantwortlich, deine Mannschaft zu verbessern und zu einer wirklichen Einheit zu formen. Du bist auch wirklich dafür verantwortlich, wie deine Mannschaft auf dem Spielfeld auftritt. Natürlich kannst du nicht dafür sorgen, dass keine Fehler passieren und jeder Ball im Tor landet. Ansonsten würdest du jedes Spiel 80:0 gewinnen und soweit ich richtig informiert bin, ist das bisher noch nicht passiert.

Du bist allerdings dafür verantwortlich, dass Fehler nicht widerholt passieren. Du hast 60 Minuten Zeit, immer wieder Änderungen an deinem Spielsystem durchzuführen, bis du deinen Gegner dominierst. Die Abwehr ist dabei der größte und wichtigste Bereich. Du hast ein Idealbild deiner Abwehr im Kopf und natürlich schafft es deine Mannschaft nicht, dieses Idealbild in jeder Abwehrsituation nachzustellen. Aber du bist dafür verantwortlich, dass deine Mannschaft immer näher an das Idealbild rankommt.

Wenn dir dein Halbverteidiger zu passiv ist, dann schick ihn raus.

Wenn dein Innenblocker nicht weit genug um den Kreisläufer rum arbeitet, dann lass es ihn wissen.

Wenn dein Außenspieler zu viel spekuliert, dann beordre ihn zurück.


Du kannst dich als Trainer am hinteren Ende deiner Coaching-Zone positionieren und von dort aus aktiv coachen. Deine Spieler werden es dir danken, da sie durch deine Anweisungen mehr Sicherheit bekommen und wenn deine Anweisungen gut sind, dann werden sie ihre Zweikämpfe und Abwehrsituationen gewinnen. Und was passiert dann? Sie bekommen auch noch Selbstvertrauen. Jetzt hast du Abwehrspieler mit Selbstvertrauen und Sicherheit - was eine geile Mischung.


Also: Sei wirklich ein aktiver Coach und nimm deine Aufgabe als Trainer ernst. Du bist dafür verantwortlich, mit deiner Mannschaft Lösungen gegen den gegnerischen Angriff zu finden. Wenn es in einem Spiel mal nicht klappt, dann sind nicht die Spieler schuld, du hast einfach nicht die passenden Lösungen gefunden. Frage dich dann nach dem Spiel, was hättest du noch ausprobieren können, um den gegnerischen Angriff unter Kontrolle zu bringen? Und behalte die Antwort fürs nächste Spiel im Kopf!


Wenn du diese 3 Fehler mit deiner Abwehr vermeidest, dann ist deine 6:0-Deckung bereits nächste Woche deutlich effektiver, als zuvor! 🙂


Vielen Dank fürs Lesen und bis bald in der Halle! Malte



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